DFB-Pokal-Finale: Freiburg versus Leipzig – wer macht´s das erste Mal?


Magazine, 16.05.2022

Das erste Mal ist immer das schönste. Weder RB Leipzig noch der SC Freiburg konnten bislang den DFB-Pokal in den Berliner Nachthimmel recken. Für einen der Clubs erfüllt sich ein Traum. Die beiden Finalgegner im Porträt.

ERGO Pokal RB Leipzig - SC Freiburg

Sind aller guter Dinge drei? 2019 löste RB Leipzig erstmals das Ticket ins Berliner Olympiastadion und scheiterte dort recht deutlich an Bayern München (Endstand: 0:3). Fehlanzeige auch 2021: Beim zweiten Finalauftritt gegen Borussia Dortmund reichte es wiederum nicht (Endstand: 1:4). Am 21. Mai folgt nun Endspiel Nummer 3: Ein Sieg gegen den SC Freiburg wäre der größte Erfolg der noch jungen Vereinsgeschichte.

Von der Ober- in die Bundesliga: der rasante Aufstieg von RB Leipzig

RB Leipzig ist ein Verein mit einem rasanten Aufstieg. 2009 konnte der neu gegründete Verein das Startrecht des damaligen SSV Markranstädt für die Oberliga Nordost übernehmen. Bereits in der Premierensaison gelang der Aufstieg in die Regionalliga. 2013 ging es hoch in die 3. Bundesliga, und im Jahr darauf schafften die Sachsen den Sprung in Liga 2. Nur weitere zwei Jahre brauchten die Leipziger um in der Beletage des deutschen Fußballs anzukommen. So etwas gab es bislang im Profifußball noch nie.

In der aktuellen UEFA Europa League scheiterte Leipzig erst im Halbfinale gegen Glasgow Rangers. Das Pokalfinale ist die Chance die laufende Saison doch noch zu einer besonderen zu machen. Unter dem Strich gehören die Leipziger zu den Top-Clubs der Bundesliga. Sie haben quasi ein Abonnement auf die Spitzenplätze und sind Stammgast in der Champions League. Nicht zuletzt deshalb sind die „roten Bullen“ der Favorit beim kommenden Pokalfinale. Im Vergleich mit dem SC Freiburg ist das Team in der Breite weitaus besser besetzt und gespickt mit Nationalspielern. Akteure wie Emil Forsberg Forsberg, Christopher Nkunku oder Yussuf Poulsen machen den Unterschied, sind internationale Stars und können ein Spiel allein entscheiden.

Was spricht also für den SC Freiburg? Zunächst einmal eine großartige Saison. Wieder einmal haben es die Breisgauer geschafft, mit vermeintlich wenig Potenzial sehr viel zu erreichen. Niemand hätte es ihnen zugetraut, dass sie so weit oben in der Bundesliga landen. Nils Petersen ist ein echter Knipser, der schon einmal Torschützenkönig war. Mittelfeldspieler Vincenzo Grifo spielt auf konstant hohem Niveau. Und Defensivmann Nico Schlotterbeck Shootingstar der Liga – einer, der zuletzt auch in der Nationalmannschaft überzeugte. Für viele Freiburger wird das Spiel in Berlin der Höhepunkt ihrer Karriere. Und eins steht fest: Am 21. Mai sind die Spieler von Trainer Christian Streich „heiß wie Frittenfett“.

Vom Nachwuchskicker zum Star - die Talentschmiede des SC Freiburg

Ein absoluter Höhepunkt wird das Finale auch für den Coach. Der 56-Jährige Streich hat seit Januar 2012 die sportliche Verantwortung beim SC Freiburg und ist damit dienstältester Trainer in der Fußball-Bundesliga. Einer seiner Vorgänger hieß Volker Finke. Er trainierte den Club aus dem Südwesten der Republik sogar 16 Jahre ununterbrochen und ist damit Rekordhalter im deutschen Profifußball. Kein anderer Verein hat so eine hohe Konstanz auf dem Trainerposten. Und wohl keiner ein derart ruhiges Umfeld. In die Aufbauarbeit der Coaches redet man hier aus Prinzip nicht hinein. Freiburger Teams werden – das ist Tradition - kontinuierlich entwickelt.

Und noch eins: Die Freiburger gelten als Talentschmiede. Entsprechend kommen viele aktuelle Spieler aus den eigenen Unterbau. Das Nachwuchskonzept ist schon mehrmals vom DFB ausgezeichnet worden. Große Namen wie beispielsweise Matthias Ginter (später Weltmeister), Max Kruse und Luca Waldschmidt, die aus den Reihen der Breisgauer hervorgingen, gehören oder gehörten zum Kreis der Nationalmannschaft. Und auch der spätere Weltmeistertrainer Jogi Löw spielte einst beim SC. Er stand mit Christian Streich in den 1980ern gemeinsam auf dem Platz. Und mit ihnen übrigens auch Jörg Jung. Denn der heutige ERGO Vertriebspartner war 1987 als junger Profi von Borussia Mönchengladbach zum SC Freiburg in die 2. Liga gewechselt.

 

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