Unternehmenskultur & Menschen, 5. November 2026

„Einfach mal machen. Könnte ja gut werden.“

Meet our People: Carl-David von Busse ist in die San Francisco Bay Area gewechselt

Carl-David von Busse

Mut zur Veränderung, Lust auf Neues und eine Aufgabe an der Schnittstelle zweier Unternehmenswelten: Carl-David von Busse, den alle Calle nennen, ist von Düsseldorf in die San Francisco Bay Area gewechselt. Als Director Governance & Integration bei ERGO NEXT Insurance hilft er, die Verbindung zwischen NEXT und ERGO weiterzuentwickeln. Im Gespräch erzählt er von seiner internationalen Laufbahn, der Zusammenarbeit mit seinem neuen Team und dem Neustart mit Ehefrau Donata, den drei Jungs und Hund Chili.

Stationen von Carl-David von Busse
  • Berufseinstieg in einer großen internationalen Wirtschaftskanzlei in Berlin; weitere berufliche Station bei einer US-Kanzlei in Chicago; anschließend vier Jahre in einem Berliner Start-up
  • November 2023: Einstieg bei ERGO als Head of Legal International, verantwortlich für die internationalen Legal-Funktionen in rund 20 Jurisdiktionen
  • August 2026: Wechsel innerhalb der ERGO-Welt zu ERGO NEXT Insurance in Kalifornien, heute Director Governance & Integration
  • Frühere Auslandserfahrungen: acht Jahre in Italien während der Kindheit, ein Jahr an einer amerikanischen Highschool und über ein Jahr bei einer US-Kanzlei in Chicago

Ihr Motto lautet: „Einfach mal machen. Könnte ja gut werden.“ Wann wurde aus diesem Satz der konkrete Schritt nach Kalifornien?

Der Satz beschreibt ganz gut, wie ich Entscheidungen treffe. Die Möglichkeit, zu ERGO NEXT Insurance zu wechseln, war für mich aber nicht nur persönlich, sondern vor allem beruflich eine außergewöhnlich spannende Chance.

Mit ERGO NEXT hat ERGO einen wichtigen Schritt in den amerikanischen Versicherungsmarkt gemacht. Jetzt geht es darum, zwei sehr unterschiedliche Unternehmenswelten zusammenzubringen. Genau an dieser Schnittstelle kann ich mit meiner Erfahrung aus der internationalen ERGO Welt und meiner heutigen Rolle als Director Governance & Integration mitwirken: die Integration voranbringen, unterschiedliche Perspektiven zusammenführen und Prozesse und Zusammenarbeit erleichtern. Mich reizt besonders, dass hier nicht einfach bestehende Strukturen verwaltet werden, sondern gemeinsam etwas Neues entsteht, das für ERGO NEXT und ERGO gleichermaßen von Bedeutung ist.

Und dass wir als Familie noch einmal die Chance bekommen, für längere Zeit in den USA zu leben und Kalifornien wirklich kennenzulernen, macht das Ganze natürlich besonders. Solche Entscheidungen trifft man allerdings nicht allein. Donata hat mindestens genauso viel Freude daran, Neues zu entdecken und sich auf andere Länder und Menschen einzulassen. Deshalb war für uns ziemlich schnell klar: Das machen wir jetzt.

Was reizt Sie an Ihrer Rolle bei ERGO NEXT – und an ERGO als Arbeitgeber dahinter?

Ein Schlüssel war sicherlich die Zusammenarbeit mit Rachel Jrade-Rice, der General Counsel von ERGO NEXT und meiner heutigen Vorgesetzten. Während der Transaktion saßen wir zunächst auf gegenüberliegenden Seiten des Verhandlungstisches, später haben wir im internationalen Legal-Netzwerk von ERGO eng zusammengearbeitet und heute bin ich Teil ihres Teams.

Rachel hat mich schon damals mit ihrer Persönlichkeit, ihrer Energie und ihrer Art, Dinge voranzubringen, beeindruckt. Sie ist jemand, von dem ich fachlich wie persönlich viel lernen kann, und die Aussicht, mit ihr zusammenzuarbeiten, war für mich ein wichtiger Teil der Entscheidung.

Mindestens genauso wichtig ist ERGO NEXT selbst: Geschwindigkeit, Agilität, digitale Produkte und kurze Entscheidungswege. ERGO bringt zugleich die Erfahrung und die Möglichkeiten eines internationalen Versicherungskonzerns ein. Gerade die Herausforderung, ERGO NEXT sinnvoll in die ERGO-Welt zu integrieren und dabei seine unternehmerische Geschwindigkeit und besondere Kultur zu bewahren, macht meine Aufgabe so interessant.

Wie sieht Ihr Alltag in Kalifornien aus – was ist anders als in Deutschland?

Der Alltag ist hier in vielerlei Hinsicht informeller als in Deutschland, auch im Berufsleben. Das bedeutet allerdings keineswegs, dass weniger intensiv gearbeitet wird. Im Gegenteil: Das Tempo bei ERGO NEXT ist hoch, die Wege sind kurz und vieles ist sehr pragmatisch organisiert. Gleichzeitig erlebe ich die Menschen als ausgesprochen offen und zugewandt. Man kommt schnell miteinander ins Gespräch, die Leute sind neugierig und gehen ganz selbstverständlich aufeinander zu. Diese Mischung aus hoher Dynamik und unkompliziertem Miteinander gefällt mir sehr.

In Kalifornien spielt sich viel draußen ab: Sport, Essen, Treffen mit Freunden oder Ausflüge mit den Kindern. Im Office beginnt mein Tag meist bei Jawa, unserem Barista und meinem neuen besten „Büro-Buddy“. Er steht morgens an seiner kleinen Espressomaschine und macht wahrscheinlich den besten Flat White der Bay Area.

Die Kehrseite: Das Leben hier, gerade in der Bay Area, ist wirklich teuer. Spätestens an der Supermarktkasse merkt man, dass Sonne, Outdoor-Leben und kalifornische Gelassenheit ihren Preis haben.

Die besten Karriereentscheidungen waren für mich meistens die, bei denen ich meine Komfortzone verlassen habe.

Carl-David von Busse, Director Governance & Integration ERGO NEXT Insurance

Wie war der Umzug – und was bedeutet dieser Schritt für Ihre Familie?

Ein internationaler Umzug mit fünf Personen und einem Golden Retriever ist natürlich nie ganz unkompliziert. Visa, Schule, Wohnung, Versicherungen, Autos, Bankkonten und der eigentliche Umzug: Die Liste der Dinge, die organisiert werden müssen, wird eher länger als kürzer. ERGO hat uns bei den großen Themen wie Visa, Relocation und dem Transport unserer Sachen sehr unterstützt. Professionelle Begleitung und feste Ansprechpartner sind bei einem solchen Schritt enorm hilfreich.

Mindestens genauso wichtig ist aber, dass die ganze Familie Lust auf dieses Abenteuer hat. Donata bringt dafür eine wunderbare Mischung aus Offenheit, Neugier und Gelassenheit mit. Wir haben bereits zusammen in Chicago gelebt und diese Zeit unglaublich genossen. Damals waren unsere drei Jungs allerdings erst zwischen einem und sechs Jahren alt. Das war durchaus sportlich, zumal wir im Januar nach Chicago gezogen sind. Zumindest das Wetter hat uns den Neustart diesmal etwas leichter gemacht.

Natürlich läuft trotzdem nicht alles exakt nach Plan: Unsere Möbel sind noch immer irgendwo zwischen Deutschland und Kalifornien unterwegs. Deswegen essen wir gelegentlich noch auf dem Boden, die Kinder machen dort teilweise ihre Hausaufgaben und bei den Betten mussten wir ebenfalls kreativ werden. Aber das sind letztlich Nebensächlichkeiten. Donata und die Jungs tragen diesen Neustart mit viel Offenheit und Gelassenheit mit. Die Kinder fühlen sich in ihrer neuen Schule wohl, wir haben uns hier bereits richtig eingelebt und selbst Chili hat den langen Flug bestens überstanden. Insofern fühlen wir uns inzwischen alle pudelwohl. Wenn jetzt noch der Container auftaucht, ist das Abenteuer Umzug endgültig abgeschlossen.

Gleichzeitig vermissen wir Familie und Freunde in Deutschland – mit neun Stunden Zeitverschiebung ist ein spontaner Anruf nicht einfach. Aber wir erleben als Familie unglaublich viel Neues und wachsen gemeinsam an diesem Schritt.

Sie haben mehrfach im Ausland gelebt. Welche Rolle spielen solche Schritte für Ihren beruflichen Weg?

Auslandsaufenthalte waren für mich immer prägend. Schon als Kind habe ich acht Jahre mit meiner Familie in Italien gelebt. Später habe ich ein Jahr an einer amerikanischen Highschool verbracht und über ein Jahr in Chicago bei einer US-Kanzlei gearbeitet. Neu anfangen, sich auf eine andere Umgebung einzulassen und neue Dinge zu entdecken, gehörte früh zu meinem Alltag.

Im Rückblick waren die besten Karriereentscheidungen oft die, bei denen ich meine Komfortzone verlassen habe: von einer großen internationalen Wirtschaftskanzlei in Berlin über die US-Kanzlei in Chicago in ein Berliner Start-up, von dort zu einem großen Versicherungskonzern nach Düsseldorf und jetzt zu ERGO NEXT in die USA. Diese Welten könnten unterschiedlicher kaum sein – genau das macht sie wertvoll. Ohne den Wechsel zu ERGO hätte es die Chance, heute für ERGO und NEXT in Kalifornien zu arbeiten, wahrscheinlich nie gegeben. Wer unterschiedliche Welten kennengelernt hat, lernt nicht nur, Dinge anders zu sehen, sondern auch, sie miteinander zu verbinden.

Wie würden Sie sich selbst beschreiben – und was würden Ihre Kolleginnen und Kollegen vermutlich über Sie sagen?

Ich würde sagen: neugierig, offen und ziemlich unkompliziert. Ich gehe gerne auf Menschen zu, habe Spaß daran, neue Themen und Umgebungen zu entdecken und mag es, Dinge voranzutreiben, ohne mich selbst allzu ernst zu nehmen. Ein gutes Miteinander, Vertrauen und Humor sind mir sehr wichtig.

Ich hoffe, Kollegen würden sagen, dass ich auch bei komplexen Themen versuche, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, den Kern eines Problems relativ schnell erfasse und pragmatisch nach Lösungen suche, mit denen alle weiterarbeiten können.

Was meine Geduld auf eine harte Probe stellt? Wenn Dinge komplizierter gemacht werden, als sie sein müssten, oder Entscheidungen sehr lange dauern. Ich mag es, wenn Dinge vorangehen.

ERGO möchte mehr Kollegen für internationale Einsätze gewinnen. Was braucht es dafür – und welchen Tipp geben Sie persönlich?

Drei Dinge sind aus meiner Sicht entscheidend: Erstens sollten internationale Stationen noch stärker als selbstverständlicher Teil einer ERGO-Karriere etabliert und sichtbar gemacht werden. Viele Kollegen wissen wahrscheinlich gar nicht, welche spannenden Aufgaben es innerhalb der internationalen ERGO-Welt gibt.

Zweitens muss man die ganze Familie mitdenken: Schule, Wohnung, Visa, berufliche Situation des Partners oder der Partnerin – all das entscheidet am Ende genauso über den Schritt wie die eigentliche Position.

Drittens sollte der Weg organisatorisch so einfach wie möglich sein. Ein internationaler Umzug bringt zwangsläufig viel Bürokratie mit sich; je mehr davon durch klare Prozesse und zentrale Ansprechpartner aufgefangen wird, desto leichter fällt die Entscheidung.

Mein persönlicher Tipp: Wenn sich die Chance bietet – machen. Ein längerer Aufenthalt im Ausland erweitert den beruflichen und persönlichen Horizont und verändert den Blick auf das, was man zu Hause für selbstverständlich hält. Und wenn man die Familie mitnehmen kann, wird daraus eine gemeinsame Erfahrung, die weit über den eigentlichen Job hinausgeht.

Interview: Stefanie Neumann

Unser Engagement für interne Mobilität über Ländergrenzen hinweg
  • Unterstützung bei der Relocation: Finanzielle Pauschale zur Unterstützung Ihres Umzugs.
  • Organisation des Visums und der Arbeitserlaubnis: Begleitung und Koordination der erforderlichen Prozesse gemeinsam mit Ihnen.
  • Steuerberatung: Zugang zu professioneller Steuerberatung, damit Sie sich in den Anforderungen Ihres neuen Landes sicher zurechtfinden.

Wir möchten, dass sich jeder internationale Wechsel machbar und gut begleitet anfühlt. Denn organisatorische Herausforderungen sollten einer großartigen Karrierechance niemals im Weg stehen.

Entdecken Sie Ihre eigenen internationalen Karrieremöglichkeiten bei ERGO unter https://www.ergo.com/de/Karriere


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