Wie war der Umzug – und was bedeutet dieser Schritt für Ihre Familie?
Ein internationaler Umzug mit fünf Personen und einem Golden Retriever ist natürlich nie ganz unkompliziert. Visa, Schule, Wohnung, Versicherungen, Autos, Bankkonten und der eigentliche Umzug: Die Liste der Dinge, die organisiert werden müssen, wird eher länger als kürzer. ERGO hat uns bei den großen Themen wie Visa, Relocation und dem Transport unserer Sachen sehr unterstützt. Professionelle Begleitung und feste Ansprechpartner sind bei einem solchen Schritt enorm hilfreich.
Mindestens genauso wichtig ist aber, dass die ganze Familie Lust auf dieses Abenteuer hat. Donata bringt dafür eine wunderbare Mischung aus Offenheit, Neugier und Gelassenheit mit. Wir haben bereits zusammen in Chicago gelebt und diese Zeit unglaublich genossen. Damals waren unsere drei Jungs allerdings erst zwischen einem und sechs Jahren alt. Das war durchaus sportlich, zumal wir im Januar nach Chicago gezogen sind. Zumindest das Wetter hat uns den Neustart diesmal etwas leichter gemacht.
Natürlich läuft trotzdem nicht alles exakt nach Plan: Unsere Möbel sind noch immer irgendwo zwischen Deutschland und Kalifornien unterwegs. Deswegen essen wir gelegentlich noch auf dem Boden, die Kinder machen dort teilweise ihre Hausaufgaben und bei den Betten mussten wir ebenfalls kreativ werden. Aber das sind letztlich Nebensächlichkeiten. Donata und die Jungs tragen diesen Neustart mit viel Offenheit und Gelassenheit mit. Die Kinder fühlen sich in ihrer neuen Schule wohl, wir haben uns hier bereits richtig eingelebt und selbst Chili hat den langen Flug bestens überstanden. Insofern fühlen wir uns inzwischen alle pudelwohl. Wenn jetzt noch der Container auftaucht, ist das Abenteuer Umzug endgültig abgeschlossen.
Gleichzeitig vermissen wir Familie und Freunde in Deutschland – mit neun Stunden Zeitverschiebung ist ein spontaner Anruf nicht einfach. Aber wir erleben als Familie unglaublich viel Neues und wachsen gemeinsam an diesem Schritt.
Sie haben mehrfach im Ausland gelebt. Welche Rolle spielen solche Schritte für Ihren beruflichen Weg?
Auslandsaufenthalte waren für mich immer prägend. Schon als Kind habe ich acht Jahre mit meiner Familie in Italien gelebt. Später habe ich ein Jahr an einer amerikanischen Highschool verbracht und über ein Jahr in Chicago bei einer US-Kanzlei gearbeitet. Neu anfangen, sich auf eine andere Umgebung einzulassen und neue Dinge zu entdecken, gehörte früh zu meinem Alltag.
Im Rückblick waren die besten Karriereentscheidungen oft die, bei denen ich meine Komfortzone verlassen habe: von einer großen internationalen Wirtschaftskanzlei in Berlin über die US-Kanzlei in Chicago in ein Berliner Start-up, von dort zu einem großen Versicherungskonzern nach Düsseldorf und jetzt zu ERGO NEXT in die USA. Diese Welten könnten unterschiedlicher kaum sein – genau das macht sie wertvoll. Ohne den Wechsel zu ERGO hätte es die Chance, heute für ERGO und NEXT in Kalifornien zu arbeiten, wahrscheinlich nie gegeben. Wer unterschiedliche Welten kennengelernt hat, lernt nicht nur, Dinge anders zu sehen, sondern auch, sie miteinander zu verbinden.
Wie würden Sie sich selbst beschreiben – und was würden Ihre Kolleginnen und Kollegen vermutlich über Sie sagen?
Ich würde sagen: neugierig, offen und ziemlich unkompliziert. Ich gehe gerne auf Menschen zu, habe Spaß daran, neue Themen und Umgebungen zu entdecken und mag es, Dinge voranzutreiben, ohne mich selbst allzu ernst zu nehmen. Ein gutes Miteinander, Vertrauen und Humor sind mir sehr wichtig.
Ich hoffe, Kollegen würden sagen, dass ich auch bei komplexen Themen versuche, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, den Kern eines Problems relativ schnell erfasse und pragmatisch nach Lösungen suche, mit denen alle weiterarbeiten können.
Was meine Geduld auf eine harte Probe stellt? Wenn Dinge komplizierter gemacht werden, als sie sein müssten, oder Entscheidungen sehr lange dauern. Ich mag es, wenn Dinge vorangehen.
ERGO möchte mehr Kollegen für internationale Einsätze gewinnen. Was braucht es dafür – und welchen Tipp geben Sie persönlich?
Drei Dinge sind aus meiner Sicht entscheidend: Erstens sollten internationale Stationen noch stärker als selbstverständlicher Teil einer ERGO-Karriere etabliert und sichtbar gemacht werden. Viele Kollegen wissen wahrscheinlich gar nicht, welche spannenden Aufgaben es innerhalb der internationalen ERGO-Welt gibt.
Zweitens muss man die ganze Familie mitdenken: Schule, Wohnung, Visa, berufliche Situation des Partners oder der Partnerin – all das entscheidet am Ende genauso über den Schritt wie die eigentliche Position.
Drittens sollte der Weg organisatorisch so einfach wie möglich sein. Ein internationaler Umzug bringt zwangsläufig viel Bürokratie mit sich; je mehr davon durch klare Prozesse und zentrale Ansprechpartner aufgefangen wird, desto leichter fällt die Entscheidung.
Mein persönlicher Tipp: Wenn sich die Chance bietet – machen. Ein längerer Aufenthalt im Ausland erweitert den beruflichen und persönlichen Horizont und verändert den Blick auf das, was man zu Hause für selbstverständlich hält. Und wenn man die Familie mitnehmen kann, wird daraus eine gemeinsame Erfahrung, die weit über den eigentlichen Job hinausgeht.
Interview: Stefanie Neumann