Dr. Louisa Krämer-Weidenhaupt: Die Vorteile sind real, aber sie kommen mit erheblichen Risiken und einer hohen Komplexität. Fractional Ownership ist rechtlich, regulatorisch und operativ sehr anspruchsvoll. Die wirtschaftlich Berechtigten, also die Anteilseignerinnen und Anteilseigner, haben meist keinen Einfluss auf zentrale risikorelevante Entscheidungen: zum Beispiel darauf, wo das Kunstwerk gelagert wird, ob es transportiert oder ausgestellt wird und welche konservatorischen Maßnahmen ergriffen werden.
Gleichzeitig hängt der Erfolg des Investments stark von der Integrität und Professionalität der Plattform ab. Fehlende Transparenz, schwache Strukturen in der Unternehmensführung oder Interessenkonflikte können schnell zu erheblichen Wertverlusten führen. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir bereits Strukturen gesehen, etwa Kunstfonds, bei denen genau diese Faktoren zum Problem wurden.