Unternehmenskultur & Menschen, 4. Februar 2026

„Mein Führungsstil? Ich mache die Straße frei für mein Team.“

Women in Leadership mit Natascha Bell

Natascha Bell ist Bereichsleiterin Property & Casualty IT und Mitglied des Management Circles bei ITERGO. Ihre Führungsaufgabe beschreibt sie so: „Ich stehe vor meinem Team und räume alle Hindernisse aus dem Weg, damit jede und jeder ungehindert den besten Job machen kann.“

Ein konkretes Vorbild hat Natascha Bell nicht – abgesehen vielleicht von Anke Engelke: „Sie hat sich in einer männerdominierten Branche durchgesetzt, drei Kinder großgezogen und ist sich dabei immer treu geblieben.“ Ihr Führungsstil sei eine Summe vieler Einflüsse: „Eigene Überzeugungen, Eigenschaften anderer Führungskräfte, die ich schätze, und Merkmale, die ich mir selbst bei Vorgesetzten gewünscht hätte.“

Im Kern sieht sich Natascha Bell als Problemlöserin, die auch in besonders anspruchsvollen Momenten ihre Stärke zeigt: „Ich habe für mein Team und mich ein Umfeld geschaffen, in dem wir gut zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen.“

Natascha Bells Karriere begann nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau und einem Masterabschluss in Business zunächst bei McKinsey. Dort beriet sie Versicherungsunternehmen im IT-Bereich – und promovierte parallel. „Der stolzeste Moment meiner Laufbahn war die Verleihung des Doktortitels – und dass meine Familie dabei im Publikum jubelte“, erinnert sie sich.

Zwei entscheidende Anrufe mit Jobangeboten haben ihren beruflichen Weg maßgeblich beeinflusst. Ihr Rat aus dieser Erfahrung: „Nehmt Chancen wahr, wenn sie sich bieten. Auch wenn sie nicht perfekt sind, können sie ein wichtiger Schritt Richtung Traumjob sein. Habt den Mut zu Umwegen – im Beruf und privat. Man weiß nie, was daraus entsteht.“

Eine ihrer größten Lernerfahrungen war die Auseinandersetzung mit dem Imposter-Syndrom: „In einem Seminar zum Thema ‚Innere Stimme‘ war ich umgeben von unglaublich talentierten Menschen – und fühlte mich fehl am Platz. Bis ich beim Zuhören feststellte: Wir alle zweifeln manchmal, ob wir unserer Rolle gewachsen sind.“ Ihre Konsequenz daraus: „Ich sitze aufrecht, spreche klar und sage offen, was ich beitragen kann – und was nicht. Ich muss nicht jedes Thema so tief durchdringen wie die Spezialisten in meinem Team. Was ich kann: aufmerksam zuhören, mein Wissen gezielt vertiefen und so den Zusammenhalt stärken. Und: Hindernisse aus dem Weg räumen.“

Ihren Ausgleich findet Natascha Bell bei ihrem Mann und ihren beiden Söhnen. „Mein Mann ist mein bester Sparringspartner – beruflich wie privat. So halte ich die Balance zwischen beiden Welten.“ Offenheit für neue Familienmodelle ist für sie selbstverständlich: „Wir haben viel ausprobiert. Aktuell arbeitet mein Mann in Teilzeit und übernimmt den Großteil der Kinderbetreuung – das passt für uns in dieser Lebensphase. Kommt eine andere Phase, finden wir eine neue Lösung.“

Ihr Motto, beruflich wie privat: „Ich gebe mein Bestes und habe keine Angst vor dem Scheitern. Überraschenderweise führt dieser Weg meist zum Erfolg.“

Succeed

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