Digitalisierung & Technologie, 16. Januar 2026

Was wird 2026 ganz konkret durch KI besser?

Umfrage unter KI-Expertinnen und -experten

Collage KI-Experten

Von der Begeisterung zur Bewährung: KI wird 2026 erwachsen. Was gestern noch Hype war, wird heute zu handfestem Nutzen. Unser Kolumnist Markus Sekulla hat KI-Profis gefragt, wo die Technologie das Jahr 2026 wirklich besser macht. Die Antworten zeigen: Es geht nicht mehr um das Staunen über die Technik, sondern um das, was sie uns zurückgibt: Zeit, Kreativität und echte menschliche Verbindung.

Zamina Ahmad

AI & ML Product Builder, CEO shades&contrast

Entrepreneurship wird demokratisch. Die Zahl der Startup-Gründungen ist auf einem Rekord-Hoch, 29 Prozent mehr als 2024 berichtet der deutsche Startup-Verband.

Der Grund? - KI.

Um 2026 eine App zu entwickeln, braucht man kein Informatik-Studium mehr. 75 Prozent aller neuen Apps entstehen dank KI, 80 Prozent der Nutzer kommen nicht aus IT-Teams. Menschen ohne Tech-Background bauen jetzt selbst Software – die Idee zählt, nicht das Diplom. Die Konsequenz: 41 Prozent des weltweiten Codes ist AI-generiert.

Vibe Coding ist in 2026 keine Mode mehr – es ist die neue Realität von Innovation.

Zamina Ahmad, AI & ML Product Builder, CEO shades&contrast

Jörg Schieb

Experte für Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, selbstständig

Ich hoffe, dass KI 2026 endlich vom Hype-Thema zum selbstverständlichen Werkzeug wird. Dass Menschen nicht mehr fragen: „Kann ich KI vertrauen?“, sondern ganz konkret wissen: „So nutze ich KI optimal für meine Aufgaben.“

Die beste Entwicklung wäre, wenn KI-Kompetenz zur Grundvoraussetzung wird – wie heute Word oder Excel.

Dann können wir aufhören, über die Technologie zu staunen, und anfangen, die gewonnene Zeit für das zu nutzen, was wirklich zählt: Kreativität, echte Gespräche, neue Ideen. KI als Turbo, nicht als Thema.

Jörg Schieb, Experte für Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, selbstständig

Bianca Scheffler

Head of Artificial Intelligence | AI Technology & Solutions | Lead AI CoE, KPMG Switzerland

Der Wandel im Jahr 2026 ist die Chance eine Gesellschaft zu bauen in der Technik uns nicht ersetzt, sondern uns den Rücken freihält für das Wesentliche: füreinander da zu sein und die Welt mit menschlichem Verstand zu gestalten. Wenn wir Technik verantwortungsvoll einsetzen und den Menschen in den Mittelpunkt stellen wird aus dem digitalen Wandel ein echter menschlicher Fortschritt.

Bianca Scheffler, Head of Artificial Intelligence | AI Technology & Solutions | Lead AI CoE, KPMG Switzerland

Max Mundhenke

Co-founder, Botbakery

2026 macht KI Social Media endlich besser. AI-Slop stirbt aus. Niemand will ihn mehr sehen, die Algorithmen auch nicht. Was bleibt, sind gute Ideen und – dank rasant besser werdender Tools – saubere, innovative Produktionen. KI wird mehr zu dem Kreativwerkzeug, das Verblüffendes schafft: kreative Kurzvideos, Musik und ganz neue Formate. Qualität schlägt Quantität.

Max Mundhenke, Co-founder, Botbakery

Elisabeth L'Orange

Partner AI & Data, Deloitte

2026 wird KI spürbar Zeit zurückgeben: Sie erledigt Routinearbeit selbstständig, fasst Meetings und Dokumente zuverlässig zusammen und bereitet Entscheidungen mit klaren Szenarien vor. Im Kundenservice, in der Schadenbearbeitung und im Marketing entstehen dadurch kürzere Durchlaufzeiten und weniger Fehler. Für Menschen bedeutet das: mehr Fokus auf Empathie, Kreativität und strategisches Denken statt auf Klickarbeit.

Elisabeth L'Orange, Partner AI & Data, Deloitte

Thomas Riedl

Tech-Journalist und Host Spatial Realities

Vielleicht wird 2026 das Jahr, in dem wir den KI-Feature-Spam hinter uns lassen. Es wäre die Chance, vom Hype zur echten Wertschöpfung zu kommen. Wenn wir verstehen, wo KI hilft und wo sie nur blendet, verlieren die Tools ihren Zauber. Und werden endlich nützlich. Diese neue Nüchternheit würde uns die Freiheit geben, das drängendste Problem unserer Zeit anzugehen: Wie kompensieren wir den immensen Ressourcenhunger dieser Technologie?

Thomas Riedl, Tech-Journalist und Host Spatial Realities

Pina Meisel

Senior Comms Managerin for Future of Work, Copilot & Surface, Microsoft Germany

Im vergangenen Jahr haben wir gesehen, wie KI in vielen Bereichen vom ersten Ausprobieren zur echten Anwendung wurde. Das gilt besonders für den Bereich Forschung und Gesundheit. Genau dort erwarte ich 2026 noch mehr Fortschritte: bessere Auswertung komplexer Daten, schnellere Erkenntnisse und Tools, die Fachkräfte im Alltag unterstützen. Das alles ist nicht „nice to have“, sondern hat das Potenzial, Versorgung und Wissen breiter verfügbar zu machen. Und am Ende profitieren wir alle davon.

Für mich und meinen Arbeitsalltag heißt „was wird mit KI 2026 besser“ ganz praktisch: noch mehr Automatisierung bei Routinen, die heute Zeit fressen. Nicht, um komplett unabhängig von meinem Team zu arbeiten, sondern im Gegenteil. Die gewonnene Zeit will ich ganz bewusst in das investieren, was KI nicht ersetzen kann: Empathische, vertrauensvolle und wertschätzende Zusammenarbeit und Miteinander. Denn Inhalte kann ich mit wenigen Klicks erstellen. Echte Beziehungen nicht.

Pina Meisel, Senior Comms Managerin for Future of Work, Copilot & Surface, Microsoft Germany

Mathias Bock

Asset Owner ERGO GPT, ERGO Group AG

Im Versicherungskontext macht KI 2026 vor allem menschlicher. Nicht, weil sie Gefühle hat, sondern weil sie uns Zeit zurückgibt. Weniger Routine, weniger Copy-Paste, weniger Formularlogik. Dadurch können wir in den Momenten, in denen es wirklich zählt, präsenter sein, zuhören, einordnen und helfen.

Und sie wird Versicherung verständlicher machen. Ich erwarte, dass sich Kundinnen und Kunden 2026 nicht mehr durch Fachsprache navigieren müssen, sondern klare Antworten bekommen. Was bedeutet das für mich? Was sind meine Optionen? Was passiert als Nächstes?

Wenn wir KI richtig einsetzen, transparent, fair und datenschutzbewusst, wird aus Verwaltung spürbar mehr Unterstützung.

Mathias Bock, Asset Owner ERGO GPT, ERGO Group AG

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Autor: Markus Sekulla, Digitalberater

Markus Sekulla ist Kommunikationsberater aus Düsseldorf, spezialisiert auf Executive Positioning, PR, Content Creation und den Einsatz von KI in der Kommunikation.

Markus Sekulla  – Freiberuflicher Digitalberater

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