KI, KI, KI. Das Thema ist so allgegenwärtig, dass es kaum ein Gespräch gibt, in dem wir nicht darüber reden. Selbst beim Pfingstgrillen mit alten Freunden aus der Schulzeit wird mir erzählt, was jetzt alles bei ChatGPT geht. Im beruflichen Kontext geht es noch ein Bit weiter. Der Test ist ganz einfach: Schaut mal im nächsten Meeting, nach wie vielen Minuten eines der Wörter ChatGPT, Claude, CoPilot, KI oder Prompt fällt. Man könnte ein KI-Bragging-Bingo daraus machen und nach 15 Minuten wäre man sicher schon durch mit der Karte.
Alles! Nichts! Oder?
Der Blick in die Glaskugel ist bei dem Thema besonders schwierig, denn seien wir ehrlich, niemand kennt sich wirklich mit dem Thema aus. Wenn sich jemand als Expertin oder Experte darstellt, sollte man grundsätzlich vorsichtig sein. Denn selbst bei Anthropic und OpenAI weiß man nicht genau, wie die LLMs wirklich funktionieren. Worin wir alle „Experten" sind, ist wie man diese Plattformen benutzt. Plattformwissen wie How to Prompt und welche neuen Funktionen n8n gerade dazubekommen hat, vernebeln die eigentliche Diskussion.
Was mich dabei am meisten irritiert: Die Begeisterung ist oft größer als das Verständnis. Da werden LinkedIn-Posts über den eigenen KI-Workflow gefeiert, als hätte jemand Feuer erfunden, dabei wurde ein PDF zusammengefasst. Firmen schreiben sich „AI-first" auf die Fahne, bevor der erste Use Case steht. Und auf Konferenzen klatschen Säle für Demos, die drei Monate später schon wieder veraltet sind. Wir feiern die Geschwindigkeit, ohne zu fragen, wohin wir eigentlich so schnell unterwegs sind.
Werden wir konkret. Maschinen sind im menschlichen Sinne immer noch nicht intelligenter geworden. Sie sind aber viel fähiger geworden, ökonomisch relevante Tätigkeiten auszuführen. Und täglich kommen neue hinzu. Auch die Idee, dass nicht die KI unsere Jobs wegnimmt, sondern Menschen, die wissen wie man die KI bedient, scheint mir ein wenig kurz gesprungen. Agenten sind so stark, dass Menschen nicht 1 zu 1 ersetzt werden, sondern eher 1 zu 5 oder gar 1 zu 1000.
Und ja, das reden wir uns schön. Auf beiden Seiten. Die Optimisten sagen: Es entstehen doch Millionen neuer Jobs. Die Skeptiker sagen: Mein Job wird schon sicher sein. Und beide haben gleichzeitig recht und unrecht. Denn das Problem ist nicht, ob neue Jobs kommen – die kommen. Das Problem ist das Tempo. Beim Internet hatte eine Generation Zeit, sich umzuorientieren. Bei KI-Agenten reden wir über Monate.
In der Medizin zeigt sich der Zwiespalt am deutlichsten. Laut der XY können 20 Prozent mehr Tumore mit Unterstützung von KI erkannt werden als ohne. Was daraus für Therapien entstehen, wird immer noch von Menschen entschieden. Leberfleck-Screening durch KI? Bitte sofort. Jobabbau durch KI? Bitte nicht. Aber es ist dieselbe Technologie. Wir picken uns raus, was uns passt, und blenden aus, was wehtut.
Zwischen Dystopie und Utopie (too good to handle)
Ein Gespräch mit einem befreundeten Journalisten hat mir gezeigt, wie sehr wir der KI noch misstrauen. Wenn dieser Artikel hier oben als Autor „KI generiert" über sich deklariert hätte, die wenigsten wären wohl bis zu dieser Stelle hier gekommen. Mich eingeschlossen. Wir wollen einfach nichts lesen, hören oder sehen, was von KI generiert ist, wenn wir die Entscheidung haben.
Aber was ist, wenn sich das ändert? Was, wenn es in fünf Jahren ein Qualitätsmerkmal ist, dass ein Artikel von KI geschrieben wurde, weil ausführlichere Recherche in den Artikel geflossen ist, als ein Mensch sie je leisten könnte? Menschlicher wird der Artikel nicht, aber vielleicht wird er gründlicher, umfassender und besser?
Auf der einen Seite also eine große Ablehnung gegen KI, auf der anderen Seite hätte ich es sehr gerne, wenn die KI auch ein Auge auf meine Leberflecke wirft, um zu schauen, ob da Auffälligkeiten entstanden sind. In dem Spannungsverhältnis zwischen Utopie und Dystopie werden wir noch einige Jahre leben müssen.
Nichts Genaues weiß man nicht. Kein Mensch kann seriös einschätzen, wo es mit der KI hingeht. Wenn Anthropic ein neues Modell nicht für alle launcht, weil es zu stark ist und die internationale Sicherheit gefährden könnte, und selbst der Papst sich zu Wort meldet – dann ist es Zeit, genauer hinzuschauen. Nicht panisch. Nicht euphorisch. Sondern mit offenen Augen in einem Rennen, das kaum jemand bestellt hat, aber in dem wir alle mitlaufen.
Disclaimer: Teile dieses Artikels sind von KI geschrieben oder überarbeitet worden. Schätzt gerne mal, welche das waren :)