Ratgeber, 1. Juni 2026

Entspannt in den Urlaub – so ist das Zuhause gut geschützt

Mit diesen Tipps sinkt das Einbruchsrisiko

Zwei Personen mit Kapuzenpullovern versuchen, ein Fenster mit einem Brecheisen aufzuhebeln

Der Koffer ist gepackt, die Vorfreude steigt: Endlich Urlaub. Während Reisende am Strand entspannen, haben Einbrecher Hochkonjunktur. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken. Janna Poll, Versicherungs-Expertin bei ERGO, gibt Tipps für Schutz und richtige Absicherung.

Urlaubszeit ist Einbruchszeit

In Deutschland wird statistisch etwa alle sechs Minuten in ein Zuhause eingebrochen. In der Ferienzeit steigen die Zahlen häufig an. Überquellende Briefkästen, dauerhaft geschlossene Rollläden oder ein Haus, in dem nie das Licht leuchtet, signalisieren klar: Hier ist derzeit niemand zu Hause. Ist eine längere Abwesenheit offensichtlich, haben Täter die nötige Zeit und Ruhe. Genau das gilt es zu vermeiden.

Den Einbrechern das Leben schwer machen

Einbrecher wählen den einfachen Weg. Erscheint es kompliziert, erfolgreich in ein Gebäude einzudringen, schreckt sie das ab. Diese Maßnahmen helfen:

  • Türen und Fenster schließen
    So simpel wie wirksam: Sämtliche Türen und Fenster, vom Keller bis zum Dachgeschoss, sollten sorgfältig verschlossen sein. Gekippte Fenster sind eine leichte Einstiegsmöglichkeit und daher zu vermeiden.
  • Mechanische Sicherungen nutzen
    Zusätzliche Riegel, einbruchhemmende Beschläge oder geprüfte Sicherheitsfenster erschweren den Einstieg – nicht nur in der Urlaubszeit.
  • Aufstiegshilfen wegräumen
    Leitern, Mülltonnen oder Gartenmöbel sollten nicht als Kletterhilfe unter Fenstern oder Balkonen bereitstehen.
  • Anwesenheit simulieren
    Zeitschaltuhren oder Smart-Home-Systeme können Lichtquellen zu unterschiedlichen Zeiten steuern und so Anwesenheit vortäuschen. Noch effektiver ist Unterstützung durch Nachbarn oder Freunde, die den Briefkasten leeren, gelegentlich Rollläden bewegen und von außen sichtbar auf dem Grundstück unterwegs sind.
  • Vorsicht in sozialen Medien
    Wer Urlaubsbilder in Echtzeit postet, macht deutlich, dass das Zuhause gerade leer steht. Sicherer ist es, Fotos erst nach der Rückkehr zu veröffentlichen.

Einbruch trotz Vorsicht: Welche Versicherung leistet?

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen lässt sich ein Einbruch nicht vollständig ausschließen. Die zentrale Rolle spielt dann die Hausratversicherung. Sie ersetzt:

  • gestohlene versicherte Gegenstände in der Regel zum Neuwert,
  • Schäden an Fenstern und Türen, die durch den Einbruch in die Wohnung verursacht wurden
  • und kann auch Vandalismusschäden am Hausrat nach einem Einbruch einschließen.

„Viele Hausrattarife beteiligen sich zusätzlich an bestimmten Kosten – ein Blick in die eigenen Bedingungen lohnt sich“, erläutert Poll. Wichtig: „Der einfache Diebstahl – also Diebstahl ohne Einbruchspuren, ist in der Hausratversicherung nicht versichert.“ Es lohnt sich auch, nach größeren Neuanschaffungen oder einem Umzug die vereinbarte Versicherungssumme zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Außerdem: „Versicherte sollten sich ansehen, ob grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist – etwa, wenn ein Fenster gekippt war“, rät die ERGO Expertin.

Richtig reagieren im Ernstfall

Nach einem Einbruch hilft ein klarer Ablauf, den Überblick zu behalten.

  1. Polizei informieren
    Betroffene sollten sofort die Polizei verständigen und Anzeige erstatten – selbst bei vermeintlich geringem Schaden.
  2. Wohnung unverändert lassen
    Bis zum Eintreffen der Polizei sollte die Wohnung unverändert bleiben, damit Spurensicherung und Dokumentation reibungslos funktionieren.
  3. Fehlende Gegenstände erfassen
    Alle Räume prüfen und notieren, welche Gegenstände fehlen. Eine Stehlgutliste fasst diese Positionen zusammen, diese möglichst schnell Polizei und Versicherung schicken. Wurden EC- und Kreditkarten gestohlen, am besten sofort sperren unter dem Sperrnotruf 116 116.
  4. Schäden dokumentieren
    Fotos von Aufbruchspuren und Beschädigungen am Hausrat sowie Kaufbelege der gestohlenen Dinge erleichtern die Abwicklung mit Polizei und Versicherung.

Hinweis: Unsere Beiträge geben den Sach- und Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und werden nicht nachträglich aktualisiert.

Über die ERGO Expertin

Janna Poll

Janna Poll ist bei ERGO als Bereichsleiterin für die Sparte Haftpflicht/Sach verantwortlich. Ihre berufliche Laufbahn begann sie in der Strategieberatung Bain & Company, wo sie 8 Jahre lang diverse Strategieprojekte in der deutschen Versicherungsindustrie begleitet hat. Danach wechselte sie zur Online-Kreditplattform auxmoney als Leiterin des Corporate Developments. 2021 kam sie als Bereichsleiterin Kautionsversicherung zu ERGO.

Janna Nguyen

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