Ratgeber, 26. Mai 2026

Sommer, Sonne, Sturzgefahr: Wann Hitze für Motorradfahrer gefährlich wird

Sommerliche Tipps für Biker

Blick über die Schulter eines Motorradfahrers auf eine Landstraße mit einem vorausfahrenden Motorrad bei Sonnenuntergang

Blauer Himmel und strahlende Sonne – perfekte Bedingungen für eine Motorradtour? Nur auf den ersten Blick. Denn auch Traumwetter birgt einige Gefahren – vor allem im Hochsommer. Was Biker bei Hitze, blendendem Sonnenlicht und glühendem Asphalt beachten sollten, weiß der ERGO Unfall-Experte Manuel Tatura.

Physische Belastung und unterschätzte Gefahren

Höhere Temperaturen bringen nicht nur sommerliche Unbeschwertheit, sondern bergen auch Risiken. Denn Hitze und Dehydration können bei längeren Fahrten zu Konzentrationsmangel, Ermüdung und verlangsamter Reaktionsfähigkeit führen. Optische Phänomene wie Hitzeflimmern oder die abends tiefstehende Sonne können außerdem eine gute Sicht erschweren. Hinzu kommt: Gerade an warmen Tagen drängen alle nach draußen, wodurch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und damit auch ein erhöhtes Unfallrisiko entstehen. Wer sich dann noch von der Sommersonne verleiten lässt, zu schnell zu fahren, lebt besonders gefährlich.

Die richtige Schutzausrüstung

Der erste Schritt zur Unfallprävention ist die Wahl der richtigen Schutzausrüstung. Ein gut belüfteter Helm sorgt für einen kühlen Kopf, ein sauberes, kratzfreies Visier für Durchblick bei blendendem Licht. Und auch wenn der Sommer zum Tragen von T-Shirt und kurzen Hosen verleitet: „Damit bitte niemals aufs Bike“, warnt Tatura. Spezielle Motorradbekleidung schützt im Falle eines Sturzes, inzwischen sind atmungsaktive Materialien selbstverständlich, unabhängig von der Marke. „Biker sollten auch bei Handschuhen und Stiefeln auf eine gute Belüftung achten, während die Griffigkeit und der Wärmeschutz stets erhalten bleiben müssen“, rät der ERGO Unfall-Experte.

Fahrverhalten an Sommer-Bedingungen anpassen

Auch das Fahrverhalten muss sich dem Wetter anpassen. Die sommerlichen Extrembedingungen wirken sich unmittelbar auf die Fahrdynamik aus. An einem heißen Sommertag kann sich der Reifendruck um mehr als 0,1 Bar erhöhen. Hinzu kommt, dass stark aufgeheizter Asphalt den Grip deutlich verringern kann, insbesondere in Kombination mit überhitzten Reifen. „Besonders in Kurven sollten Biker auf die Bodenhaftung achten und die Schräglage bei unsicheren Straßenverhältnissen reduzieren“, rät Tatura. Um die eigene Leistungsfähigkeit zu erhalten, sind regelmäßige Pausen im Schatten und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unverzichtbar. Außerdem: besser früh oder spät fahren, um die Mittagshitze zu vermeiden.

Technik-Checks für maximale Zuverlässigkeit

Die regelmäßige technische Überprüfung der Maschine ist zu jeder Jahreszeit eine wichtige Voraussetzung für sicheres Fahren. Speziell im Sommer gilt: Die Bremsanlage ist hohen thermischen Belastungen ausgesetzt. Ein rechtzeitiger Austausch der Flüssigkeit sowie eine Prüfung der Bremsbeläge auf ausreichende Reststärke ist daher unerlässlich. Auch das Kühlsystem sowie die Elektrik und die Batterie sind bei Hitze anfälliger für Defekte. Außerdem den Zustand der Leitungen regelmäßig prüfen. Die Kombination aus Hitze und UV-Strahlung kann dazu führen, dass beispielsweise die Bremsleitungen schneller porös werden. Ein kurzer Check der Pole auf Korrosion und ein Belastungstest geben Sicherheit, dass die Maschine zuverlässig startet. Zu guter Letzt heißt es, die Lichttechnik unter die Lupe zu nehmen. „Da blendendes Sonnenlicht die Sichtbarkeit von Scheinwerfern und Rückleuchten herabsetzt, müssen alle Leuchtmittel einwandfrei funktionieren“, so Tatura.

Für alle Fälle gewappnet

Trotz aller Technik-Checks bleibt ein Restrisiko – ein plötzlicher Defekt, eine brenzlige Situation im Straßenverkehr oder ein Sturz lassen sich nie ganz ausschließen. Tatura rät daher zu einer guten privaten Unfallversicherung: Sie unterstützt nicht nur finanziell, wenn es nach einem Unfall zu bleibenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt, sondern auch mit Assistenzleistungen, wie beispielsweise Reha-Maßnahmen. So ergänzen sich sorgfältige Wartung und passender Versicherungsschutz zu einem Gesamtpaket für mehr Sicherheit – auf und neben der Straße.


Hinweis: Unsere Beiträge geben den Sach- und Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und werden nicht nachträglich aktualisiert.

Über den ERGO Experten

Manuel Tatura

Manuel Tatura ist seit 2011 bei der ERGO Group AG tätig. Aktuell verantwortet der Diplom-Kaufmann als Bereichsleiter das Spartenmanagement Unfall und Rechtsschutz. Zuvor leitete er den Bereich Geschäftsfeldentwicklung & Produktmarketing Schaden/Unfall sowie den Abteilung Operations Consulting, wo er vorher als Projektleiter tätig war. Vor seinem Wechsel zur ERGO Group AG arbeitete Manuel Tatura als Assistant Manager Audit Financial Services bei KPMG Deutschland.

Manuel Tatura

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