Ratgeber, 20. April 2026

Hammer, Meißel, Happy End: Versicherungs-Tipps für Heimwerker

Was bei Projekten in Eigenregie zu beachten ist

Mann sitzt am Schreibtisch und arbeitet.

Im Frühjahr juckt es viele Heimwerkerinnen und Heimwerker in den Fingern: Wie wäre es mit einem neuen Gartenhäuschen oder einer größeren Terrasse? Was dabei aus Versicherungssicht wichtig ist, wissen die ERGO-Experten Janna Poll und Manuel Tatura.

Der wichtigste Basisschutz: Die Privat-Haftpflichtversicherung

Die Privat-Haftpflichtversicherung ist bei Bau- und Renovierungsarbeiten praktisch unverzichtbar. Sie springt ein, wenn andere einen Schaden erleiden, etwa wenn Freunde über lose Platten stolpern und sich verletzen. „Kleinere Bau‑, Sanierungs- oder Abrissarbeiten sind zum Beispiel bei ERGO bis zu einer Bausumme von 100.000 Euro über die Privat-Haftpflicht mitversichert“, so Janna Poll. Tipp: Vor Projektstart beim Versicherer nachfragen, was genau eingeschlossen ist.

Wann eine Bauherrenhaftpflichtversicherung nötig ist

Größere Projekte oder Arbeiten mit statischen Eingriffen können bei der Privat-Haftpflichtversicherung ausgeschlossen sein. Sie erfordern dann eine zusätzliche Bauherrenhaftpflichtversicherung. „Sie springt ein, wenn zum Beispiel schwere Bauteile umstürzen und das Nachbargrundstück beschädigen“, erklärt Poll.

Wohngebäudeversicherung: Schutz für Haus und feste Bauteile

Die Wohngebäudeversicherung schützt das Haus selbst und fest damit verbundene Teile, zum Beispiel Dach, Mauern, fest verankerte Terrassenkonstruktionen oder ein fest installiertes Gartenhaus. „Sie greift bei Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Hagel“, so Poll. „Es ist empfehlenswert, auch eine Elementarschadenversicherung abzuschließen, sonst sind Schäden durch Überschwemmungen, Erdrutsche oder Starkregen nicht versichert.“ Wer größere An- oder Umbauten am Gebäude oder im Garten plant, sollte die Versicherung im Vorfeld informieren, damit diese den Versicherungsschutz anpassen kann. Ob Gartenhäuser und Nebengebäude automatisch mitversichert sind oder ob Hausbesitzer dies beantragen müssen, hängt vom Versicherer ab, sowie von der Größe und Bauweise.

Private Unfallversicherung: sich selbst schützen

Die gesetzliche Unfallversicherung greift in der Regel nicht bei privaten Bau- und Renovierungsarbeiten am eigenen Haus oder im eigenen Garten. Denn sie regelt vor allem Arbeits- und Wegeunfälle im beruflichen Umfeld. Wer beim Heimwerken stürzt oder sich verletzt, ist normalerweise nur über die Krankenversicherung abgesichert. Wichtig zu wissen: Diese trägt lediglich die Behandlungskosten, nicht aber die finanziellen Folgen durch eine eventuell dauerhafte Beeinträchtigung. „Eine private Unfallversicherung kann deshalb sinnvoll sein: Sie zahlt bei Invalidität eine Kapitalleistung oder Rente und umfasst oft zusätzliche Leistungen für Rehabilitation oder notwendige Wohnungs- bzw. Hausumbauten“, rät der ERGO Unfallexperte Manuel Tatura. „Sie gilt je nach Tarif weltweit und rund um die Uhr, also auch beim Heimwerken.“

Helfer absichern: Freunde, Familie & BG BAU

Wer Freunde oder Familienmitglieder beim Werkeln um Hilfe bittet, sollte auch an deren Sicherheit denken. Die eigene Privat-Haftpflicht, beziehungsweise eine Bauherrenhaftpflicht sollte Bauaktionen und Schäden an Dritten abdecken. Gleichzeitig sind Helfer gut beraten, eine Privat-Haftpflicht mit eingeschlossenen Gefälligkeitsschäden zu haben. „Eine private Unfall‑ oder Bauhelfer-Unfallversicherung springt bei größeren Unfällen ein“, so Tatura. Wer mehrere Helfer über mehrere Tage einsetzt, sollte im Zweifel bei der BG BAU nachfragen, ob und wie private Helfer dort unter den gesetzlichen Unfallschutz fallen.

Die Checkliste im Überblick: Was es vor dem Start zu beachten gilt

  1. Privathaftpflicht prüfen:
    Sind Bau- und Renovierungsarbeiten mitversichert?
    Bis zu welcher Bausumme?
  2. Bei größeren Projekten:
    Bedarf einer Bauherrenhaftpflicht klären.
    Ggf. Bauleistungsversicherung prüfen.
  3. Wohngebäudeversicherung informieren:
    Projekt, z.B. Terrassenumbau oder neues Gartenhaus kurz schildern.
    Fragen, ob Anpassungen nötig sind und ob das Gartenhaus als Nebengebäude mitversichert werden kann.
  4. Eigene Absicherung:
    Prüfen, ob eine private Unfallversicherung besteht und ob die Leistungen ausreichend sind.
  5. Helfer einplanen:
    Bauherren- bzw. Privathaftpflicht und Unfallversicherung für Helfer und eventuell BG BAU klären.

Hinweis: Unsere Beiträge geben den Sach- und Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und werden nicht nachträglich aktualisiert.

Über die ERGO Expertin

Janna Poll

Janna Poll ist bei ERGO als Bereichsleiterin für die Sparte Haftpflicht/Sach verantwortlich. Ihre berufliche Laufbahn begann sie in der Strategieberatung Bain & Company, wo sie 8 Jahre lang diverse Strategieprojekte in der deutschen Versicherungsindustrie begleitet hat. Danach wechselte sie zur Online-Kreditplattform auxmoney als Leiterin des Corporate Developments. 2021 kam sie als Bereichsleiterin Kautionsversicherung zu ERGO.

Janna Nguyen

Über den ERGO Experten

Manuel Tatura

Manuel Tatura ist seit 2011 bei der ERGO Group AG tätig. Aktuell verantwortet der Diplom-Kaufmann als Bereichsleiter das Spartenmanagement Unfall und Rechtsschutz. Zuvor leitete er den Bereich Geschäftsfeldentwicklung & Produktmarketing Schaden/Unfall sowie den Abteilung Operations Consulting, wo er vorher als Projektleiter tätig war. Vor seinem Wechsel zur ERGO Group AG arbeitete Manuel Tatura als Assistant Manager Audit Financial Services bei KPMG Deutschland.

Manuel Tatura

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