Das ERGO Innovation Lab, ein Inkubator für neue Ideen und Spin-ins der ERGO Group, hat zusammen mit Google Cloud ein neues Whitepaper veröffentlicht. Die englischsprachige Publikation „From Tribal Knowledge to Self-Evolving Agents – Capturing, Governing, and Scaling Institutional Knowledge in Financial Enterprises“ beleuchtet, wie Unternehmen – gerade auch Versicherer – ihr bislang oft implizites Erfahrungswissen („Tribal Knowledge“) mithilfe von lernfähigen KI-Agenten erfassen, sichern und skalieren können. Ein erheblicher Teil unternehmensrelevanten Wissens ist nämlich bis heute weder formal dokumentiert noch systematisch zugänglich. Es ist in Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Routinen oder situativen Entscheidungen verankert. Doch der demografische Wandel birgt das Risiko, dass dieses Wissen zunehmend Organisationen verlässt. So gehört nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) allein in Deutschland etwa rund ein Viertel der Beschäftigten in der Versicherungsbranche zur Generation der „Babyboomer“. Ein großer Teil dieser erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird in den kommenden fünf Jahren in den Ruhestand gehen – und mit ihnen ihr umfassender Erfahrungsschatz.
Um dieses Wissen langfristig zu erhalten und nutzbar zu machen, könnten sogenannte „Self-Evolving Agents“ oder „Self-Improving Agents“ helfen. Das sind lernfähige KI-Systeme, die nicht nur Aufgaben ausführen, sondern ihre eigenen Strategien, Arbeitsabläufe und teilweise sogar ihre eigene „Architektur“ im Laufe der Zeit überprüfen, gegebenenfalls anpassen und verbessern können. Der Report beinhaltet neben einem konkreten Implementierungsbeispiel einer „AI Content Engine“, die gemeinsam von ERGO, Google Cloud und Deloitte entwickelt wurde, weitere Beispiele entlang der Wertschöpfungskette von Versicherern, wo solche Agenten zukünftig zum Einsatz kommen könnten.