David Behre muss Leichtathletik-WM absagen


Sports & sponsorship, 17.07.2017

Er hatte so intensiv darauf hingearbeitet. Jetzt muss ERGO Unfallschutzbotschafter David Behre seinen Start bei der Leichtathletik-WM der Behindertensportler in London kurzfristig absagen. Im Interview erklärt er die Gründe und wie es jetzt weitergeht.

Für David Behre sollte es eigentlich der sportliche Höhepunkt in diesem Jahr werden: die Titelverteidigung bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in London. Doch kurz vor seinem Start muss der 30-Jährige als amtierender Weltmeister über die 400-Meter-Strecke seinen Start absagen. David Behre hatte in den vergangenen Monaten immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Und auch jetzt stoppen ihn Muskelprobleme. Wir haben mit David Behre über die Gründe der Absage gesprochen und wie es jetzt für ihn weitergeht.

David, du musst die WM leider kurzfristig absagen. Was ist genau passiert?
David Behre: Ich habe leider wieder Probleme mit meinem Muskel. Am Freitag im Training hatte ich erst das Gefühl, dass ich mir schon wieder einen Faserriss zugezogen habe. Im entscheidenden Moment macht das Bein momentan nicht mit. Am Sonntag morgen habe ich dann gemeinsam mit dem Trainer, den Ärzten und Physiotherapeuten entschieden, dass ich hier nicht an den Start gehe.

Das ist äußerst bitter so kurz vor den Wettkämpfen. Wie geht es dir jetzt damit?
Ich bin natürlich sehr traurig. Das ist eine der schwersten Entscheidungen gewesen, die ich bisher in meinem ganzen Leben getroffen habe. Aber mein Team steht komplett hinter mir. Ich bin halt keine Maschine, sondern ein Mensch. Und da kann so etwas auch mal passieren.

Schade ist auch, dass du für die Staffel über vier Mal 100 Meter ausfällst.
Für die Staffel wiegt das besonders schwer, weil mit Felix Streng auch ein wichtiger Starter nicht dabei ist. Das ist bitter und traurig auch für die Teamkammeraden. Aber ich werde hier in London bleiben und das Team anfeuern und vor Ort unterstützen. Das ist mir wichtig.

Wie geht es für dich persönlich weiter?
Ich werde jetzt erst mal eine längere Pause einlegen und meinen Körper zwei Monate schonen. Ich muss einfach auch mal den Kopf vom Sport frei bekommen. Für meinen Körper ist es eine wohlverdiente Pause. Die Regeneration wird mir gut tun, damit ich die neue Saison völlig fit angehen kann. Ich habe nämlich richtig Lust auf die nächsten Wettkämpfe. Im nächsten Jahr findet die EM in Berlin statt. Da möchte ich genau so dabei sein, wie bei den Paralympics in Tokio 2020.

Vielen Dank für das Interview, David. Wir wünschen dir, dass du schnell wieder fit wirst und nächste Saison voll angreifen kannst!

Von Benjamin Esche

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