So wichtig sind Mitarbeiter-Netzwerke bei ERGO


Bianca Boudein, Diversity-Managerin bei ERGO, im Interview

People & stories, 16.12.2020

Von Frauen- und Väternetzwerk bis hin zu Pride- und Inklusionsnetzwerk – bei ERGO wird Diversity auch durch eine besondere Netzwerkkultur gelebt. Bianca Boudein ist als Diversity-Managerin Anlaufstelle, Netzwerkerin und Multiplikatorin, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich gemeinsam Gehör verschaffen wollen. Im Interview erklärt sie die Bedeutung von Netzwerken und wie sie es schafft, Menschen zusammenzubringen.

ERGO Diversity Managerin Bianca Boudein

Frau Boudein, was bedeutet Diversity für ERGO?

Bianca Boudein: Bei Diversity ist das Ziel, dass alle Mitarbeitenden bei ERGO ihr volles Potenzial einbringen können – unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung, Herkunft, Talenten und Fähigkeiten und ohne Angst vor Benachteiligung, Diskriminierung oder Ausgrenzung.

Was ist Ihre Aufgabe als Diversity-Managerin?

Boudein: Mein Aufgabenschwerpunkt ist unter anderem die Netzwerkarbeit. Hinter diesem kulturellen Aspekt steht der Gedanke, dass wir Menschen bei ERGO die Möglichkeit bieten, wechselseitig von Erfahrungen zu lernen und zu bestimmten Themen sichtbarer zu werden. Das heißt, ich koordiniere, betreue und vernetze die Mitarbeiternetzwerke untereinander.

Warum sind Netzwerke für ein Unternehmen wie ERGO wichtig?

Boudein: Ein Netzwerk ist ein Sprachrohr und auch ein Mutmacher für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es ist viel schöner und effektiver, wenn sie selbst ihre Anliegen formulieren und vertreten können. Das klappt aus einem Netzwerk heraus am besten. Sie können sich dort auch besser untereinander austauschen. Einzelne Mitarbeitende können sich möglicherweise nicht so leicht bei Vorgesetzten oder dem Vorstand Gehör verschaffen. Ein Netzwerk, das seine Interessen vertritt, schafft das besser.

Mit dem Väter- und Frauennetzwerk hat es begonnen, inzwischen gibt es auch das Pridenetzwerk und nun auch das Inklusionsnetzwerk. Welche Themen haben sich Ihnen durch die Zusammenarbeit ganz neu erschlossen?

Boudein: Mit dem Thema Inklusion hatte ich vor der Gründung nicht viele Berührungspunkte. Da sind mir im Austausch mit dem Netzwerk viele Sachen noch mal bewusstgeworden. Zum Beispiel, dass es nicht nur um gendergerechte, sondern auch um inklusionsgerechte Sprache geht. Also konkret: Wie müssen Texte aufbereitet sein, damit Menschen, die nicht gut lesen können, sie auch aufnehmen können?

Wie unterstützen Sie nach der Gründung die Netzwerke bei dem Erreichen der Ziele?

Boudein: Grundsätzlich verstehen wir uns als Rahmengeber und „Ermöglicher“. Des Weiteren verbinde ich die Netzwerke untereinander, so dass sie sich gegenseitig unterstützen können. Darüber hinaus bin ich auch die Schnittstelle zu anderen Abteilungen wie beispielsweise zur Kommunikation. Die Schnittstelle zum Vorstand gibt es natürlich auch. Die besteht durch die Schirmherrschaft jedes Netzwerks.

Wie schaffen Sie es denn eigentlich, die richtigen Menschen zusammenzubringen?

Boudein: Ich höre gerne zu, wenn Menschen ihre Geschichte erzählen. Ich habe eine grundsätzliche Offenheit für alle und ich interessiere mich ehrlich für Menschen und ihre Belange. Vor allem finde ich es spannend, gemeinsam herauszufinden, wie die Entwicklung jedes Einzelnen unterstützt werden kann. Ich denke, dass Menschen sich am besten miteinander entwickeln können. Darum möchte ich sie in den Dialog miteinander bringen. Jeder kann sich am besten einbringen, wenn er sich so wie er ist willkommen fühlt.

Inzwischen wurde ERGO in Deutschland schon mehrfach als eines der besten Unternehmen für Frauen ausgezeichnet. Welche Komponenten spielen dabei eine Rolle?

Boudein: Das zeigt, dass bei ERGO die Voraussetzungen zur Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf gegeben sind. Das gilt aber genauso gut für Väter oder auch andere Mitarbeitende bei ERGO. Ich will da gar nicht so sehr auf Frauen oder Familie abzielen. Grundsätzlich wollen wir bei ERGO einfach jedem Mitarbeitenden die Unterstützung geben, dass er sich in jeder Lebensphase bestmöglich im Unternehmen einbringen kann.

Welche Themen im Diversity-Bereich werden zukünftig immer wichtiger für ERGO als Unternehmen und für welche Netzwerke sehen Sie noch Bedarf?

Boudein: Das Thema pflegende Angehörige wird immer bedeutender, weil die Gesellschaft generell ja älter wird. Da gibt es auch vermehrt Anfragen. Was uns auch immer begleiten wird, ist das Miteinander der Generationen. Denn das Verständnis von Arbeit hat sich über Generationen hinweg verändert. Darum müssen alle gut miteinander im Dialog bleiben. Bei allen Unterschieden ist ja der gemeinsame Nenner, dass wir alle ERGO zum Erfolg führen möchten. Dafür gilt es, einen guten Rahmen zu schaffen.

Was die Netzwerke betrifft ist es uns wichtig, dass der Bedarf aus dem Kreis der Mitarbeitenden heraus erkannt wird und von dort aus eine gewisse Initiative entsteht, so wie es bei pride@ergo und inklusion@ergo passiert ist. Auf diese Weise bekommt ein Netzwerk von Anfang an eine gewisse Kraft. Wir gehen davon aus, dass Themen wie Internationalität und ethnische Herkunft gerade auch in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Auch unser Geschäft wird ja zunehmend globaler.

Und die Mitarbeiter in den Netzwerken sind Ihnen sicherlich sehr dankbar für Ihre Arbeit?

Boudein: Da müssten wir jetzt die Netzwerke fragen. Aber sicherlich spüre ich, wie hilfreich die Netzwerke als Anlaufstelle für viele Kolleginnen und Kollegen sind. Immerhin sind fast 800 Mitarbeitende in den Netzwerken. Und das freut mich auch sehr. Das Schöne ist, dass sich die Menschen einfach gehört fühlen. Und das bewirkt sehr viel.

Das Interview führte Benjamin Esche.

 

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