„Alle sollen sich wertgeschätzt fühlen“


ERGOs Diversity Beauftragte beteiligt an neuem Management Handbuch

People & stories, 01.09.2020

Vielfalt im Unternehmen als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor: ERGO profitiert von den unterschiedlichen Qualifikationen, Erfahrungen und Denkweisen der Mitarbeitenden. In einem frisch erschienen Management Handbuch widmet sich ERGO Diversity-Beauftragte Katrin Weitz diesem Thema.

Katrin Weitz, Diversity-Beauftragte bei ERGO

„Führung und Management in der Versicherungswirtschaft“, so lautet der Titel des Handbuchs, zu dem Katrin Weitz das Kapitel Diversity am Beispiel ERGO beisteuerte. Wir sprachen mit der ERGO Diversity-Beauftragten über das Erfolgsrezept für Vielfalt und die nächsten Schritte bei ERGO.

Herzlichen Glückwunsch zum Erscheinen des Handbuchs! Damit machen Sie Diversity bei ERGO einem breiteren Publikum bekannt. Wie wichtig ist es, dass sich die Öffentlichkeit mit dem Thema beschäftigt?

Vielen Dank, wir freuen uns sehr darüber. Bislang findet der Austausch hauptsächlich innerhalb des Arbeitgeberverbands statt oder über die Teilnahme an Kongressen. Leider wird Diversity noch von vielen als ein reines Gender-Thema wahrgenommen und ist längst nicht überall fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Dabei ist inzwischen eindeutig belegt, dass kulturelle Vielfalt ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor ist. Das möchten wir mit unserem Beitrag unterstreichen.

Wie Sie gerade schon gesagt haben, leistet sich nicht jedes Unternehmen ein eigenes Team für Diversity. Was macht ERGO anders?

Auch bei ERGO fing es als Gender-Thema an: Das Ziel war, ein Viertel aller Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Aktuell gibt es bei ERGO einen Frauenanteil von 28,4 Prozent über alle drei Führungsebenen hinweg.

Uns ist innerhalb des Personal-Ressorts aber schnell bewusst geworden, dass das Thema Diversity viel weiter geht. Daher haben wir in unserer Diversity Strategie drei Themenfelder festgelegt: Wir wollen durch unsere Maßnahmen die Attraktivität von ERGO als Arbeitgeber hervorheben, wir wollen die Zukunftsfähigkeit und Agilität des Unternehmens steigern und schließlich Vielfalt als Erfolgsfaktor verstehen und nutzen.

In Ihrem Kapitel schreiben Sie, dass es ein einfaches Erfolgsrezept für Diversity gibt. Was sind die Zutaten?

Aus unserer Entwicklung haben wir gelernt und auch durch den Austausch mit anderen Unternehmen gesehen, dass einige Punkte unabdingbar sind, wenn Diversity funktionieren soll.

Sie brauchen Unterstützung aus dem Management, damit das Thema aktiv vorangetrieben werden kann. Und Sie brauchen ein festes Budget. Dazu ein eigenes Team, das sich auf Diversity konzentrieren kann. Neben zwei bis drei Zielen, die Unternehmen in ihrer Strategie festschreiben, müssen sie auch ein Führungsleitbild und KPIs (Leistungsindikatoren) formulieren. Schlussendlich benötigen sie die Perspektive von außen durch externe Experten.

Diversity Management bei ERGO

Mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat es angefangen, welche Themen stehen bei ERGO aktuell auf der Agenda?

Bei ERGO arbeiten Menschen aus fünf Generationen, die Internationalisierung ist im Fokus, sexuelle Identität und Behinderung erfahren immer stärkere Aufmerksamkeit. Hinzu kommt noch die Digitalisierung, die unsere Art des Arbeitens verändert und weiter verändern wird.

Um die Kolleginnen und Kollegen fit zu machen für die neue Arbeitswelt, haben wir unter anderem eine umfassende Weiterbildungsinitiative ins Leben gerufen. Wir nehmen am World Day for Cultural Diversity teil und zeigen mit einer internationalen Diversity Weltkarte, wie die Vielfalt bei ERGO in Deutschland und international gelebt wird.

Es gibt aktuell vier Netzwerke bei ERGO: women@ergo,  und jetzt Pride@ergo und demnächst inklusion@ergo – wie wichtig sind sie für Diversity?

Diversity ist einerseits ein Führungsthema. Es ist wichtig, dass Führungskräfte dieses Thema gezielt fördern, damit die Diversity-Strategie Erfolg hat. Das ist Teil unserer Führungskräfteausbildung, und deshalb hat auch jedes Netzwerk einen Schirmherrn oder eine Schirmherrin aus dem Vorstand.

Andererseits setzt sich keine `verordnete` Kultur durch, wenn sie nicht auch von den Kolleginnen und Kollegen gelebt wird. Hier spielen die Impulse, die die Netzwerke an den Vorstand geben, eine wichtige Rolle.

Was ist das große Ziel von Diversity bei ERGO?

Alle Themen sind gleichwertig, das ist die große Herausforderung bei Diversity. Natürlich verfolgt jedes Netzwerk eigene Themen, aber zusammen arbeiten sie daran, dass alle bei ERGO eine gleichwertige Förderung und Unterstützung erhalten, unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, sexueller Orientierung etc. Akzeptanz und Toleranz sowie der Umgang mit unbewussten Vorurteilen betrifft jede/n, und somit leistet jede Gruppe ihren Beitrag für eine integrative Kultur. Unser Ziel ist ein erfolgreiches Unternehmen, in dem sich jeder wertgeschätzt fühlt und das die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegelt.

Interview: Stefanie Neumann und Jeroen Minnebo

 

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