Mit Abstand, Maske und viel Herz im Einsatz für andere


Corporate Volunteering im Corona-Jahr

Responsibility & dedication, 16.02.2021

Engagierte und verantwortungsbewusste Mitarbeiter, spannende Aufgaben in sozialen Einrichtungen und ökologischen Initiativen sowie gute Hygienekonzepte führten auch im Corona-Pandemie-Jahr 2020 zu insgesamt zehn erfolgreichen Einsätzen von ERGO Mitarbeitern. Dabei handelte es sich um richtige Anpack-Projekte, die überwiegend draußen stattfanden – wie etwa in der Stadtschäferei München. Zwei Einsätze im Oktober 2020 in Köln und München zeigen beispielhaft, wie wichtig Corporate Volunteering ist – gerade jetzt.

Schafe sind nicht nur an Deichen oder an Ufern wichtig, sondern auch mitten in der Großstadt München.

Schafe sind nicht nur an Deichen oder an Ufern wichtig, sondern auch mitten in einer Großstadt. ©URKERN2021/Ivana Bilz

In Köln waren sieben Mitarbeiter im Einsatz in der Fahrradwerkstatt der Anna-Stiftung, einer Einrichtung der stationären Kinder- und Jugendhilfe. „Wir geben den Kindern und Jugendlichen ein Zuhause auf Zeit und ermöglichen individuelle Förderung, wenn es ihnen nicht möglich ist, mit ihren Eltern und Geschwistern zusammen zu wohnen, aus welchen Gründen auch immer,“ erklärt Weronika Bitzer. Die Diplom-Sozialarbeiterin gestaltet für die aktuell 61 Kinder und Jugendliche  der sieben Wohngruppen die Einzelförderungen und gruppenübergreifenden Angebote. Derzeit bedeutet das auch für sie und ihre Kolleginnen und Kollegen, die Pandemie-bedingten Bedingungen konsequent umzusetzen. „Das jüngste Kind bei uns ist sechs Jahre alt und Grundschulkind, die älteren besuchen weiterführende Schulen oder Berufsschulen im Rahmen ihrer Ausbildung. Das heißt für alle eben Home-Schooling und Kontaktbeschränkungen, das alles fällt uns allen schwer.“ Draußen sein und sich bewegen, dazu nutzen die Kinder und Jugendlichen jetzt oft ihre Fahrräder. Viele sind an die Einrichtung gespendet worden. Im Rahmen des Corporate Volunteering-Einsatzes wurden 25 Räder in der Werkstatt der Anna Stiftung von sieben ERGO Mitarbeitern gereinigt, repariert und dem jeweiligen Kind exakt angepasst. 

Christoph Klawunn, Vorstandsmitglied der zu ERGO gehörenden DKV Deutsche Krankenversicherung, erlebte seinen Einsatz so: „Jeder von uns erinnert sich doch an das erste Fahrrad, das er bekam, weil das Mobilität, Unabhängigkeit und auch Abenteuer bedeutete. Wir freuen uns, dass durch unseren handwerklichen Einsatz hier die Kinder und Jugendlichen das ähnlich erfahren werden.“ Weronika Bitzer betrachtet den Einsatz der ERGO Volunteers auch als positives Signal an die Kinder: „Dieser Freiwilligeneinsatz ist superwichtig, da unsere Kinder und Jugendlichen erleben, dass die Gesellschaft sich für sie interessiert – mehr noch, dass sie selbst ein Teil dieser Gesellschaft sind. Und dass fremde Menschen etwas für sie tun.“ 

PS.: Wer ein (Kinder-) Fahrrad spenden möchte, findet nahezu in jedem Ort eine Spendenannahmestelle wie Jugendeinrichtungen, Familienzentren oder Initiativen für Geflüchtete oder Obdachlose. Hier sind auch Ersatzteile wie gebrauchte Fahrradkörbe, -sattel oder Werkzeuge willkommen.

Gehören Schafe in die Innenstadt? Aber ja!

Zwölf ERGO Mitarbeiter verbrachten ihren Corporate-Volunteering-Tag in Münchens letztem innerstädtischen Naturschutzgebiet, auf dem Gelände der Kraemer‘schen Kunstmühle im Stadtteil Untergiesing. Hier, nur zwölf Minuten vom bekannten Marienplatz entfernt, sind Schafe im Einsatz – und das nicht nur als umweltfreundliche „Rasenmäher“. Dr. Nikolas Fricke, der sich seit seinem Studium der Landwirtschaft und des Nachhaltigen Ressourcenmanagements theoretisch und praktisch mit der Schafhaltung beschäftigt, leitet die Schäferei der Stiftung Otto Eckart. „Schafe sind nicht nur an Deichen oder an Ufern wichtig für die Pflege von Flächen, wie wir es von der Nordsee oder auch von den Rheinauen kennen, sondern auch hier mitten in der Großstadt München. Viele Stadtkinder kommen mit ihren Schulklassen oder Kindergruppen zu uns in unsere Almschule im Werksgelände. Hier erleben sie die Tiere, stellen eine Bindung hier, ja ich möchte fast sagen, unsere Schafe sind die Lehrer in der Almschule“, beschreibt er die Bedeutung des Projekts. 

Die Schäferei ist arbeitsintensiv, wie die Freiwilligen feststellten. Ihre Aufgabe war es, die Weide winterfest zu machen, Zäune zu prüfen und neu zu setzen, damit kein Schäflein verloren geht. Aber auch der Bau einer Heu-Raufe stand auf dem Arbeitsprogramm. Susanne Courage, die als Referentin im Vertrieb für diesen besonderen Tag ihren Schreibtisch gegen die grüne Oase eintauschte, war in vielerlei Hinsicht überrascht: „Die Stadtschäferei kannte ich als Münchenerin gar nicht. Ihr Konzept und ihre große Bedeutung im Kontext der Almschule gerade für Kinder, aber auch für alte Menschen, die hierherkommen, überzeugt mich. Deshalb mache ich gerne mit, auch zukünftig.“ 

Pandemie-bedingt konnten viele Angebote der Einrichtung für die Öffentlichkeit im Laufe des Jahres nicht durchgeführt werden: „Das ist sehr schade, da prägende und originäre Erlebnisse wie das Melken eines Schafes besonders bei Kindern ein natürliches Verhältnis zur Natur erzeugen“, sagt Nikolas Fricke. Das gilt aber natürlich auch für Erwachsene wie die ERGO Mitarbeiter, die mitgeholfen haben, die ungewöhnliche Lebenswelt der Schafe inmitten der Großstadt gemeinsam zu gestalten.

Corporate Volunteering bei ERGO

Corporate Volunteering ist der freiwillige und vom Arbeitgeber geförderte Einsatz von Mitarbeitern in gemeinnützigen Projekten als Teil des gesellschaftlichen Engagements von ERGO. Dabei engagieren sich die Mitarbeiter sowohl für Klima- und Umweltschutz, als auch für soziale Projekte. ERGO stellt die Mitarbeiter einen halben Tag frei, die andere Hälfte bringen die Mitarbeiter selbst ein mit Urlaubs- oder Gleitzeit.

Text: Monika Stobrawe

 

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