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Balltragekind Philip und Lehe im Fußballfieber


Sport & Sponsoring, 11.08.2017

Philip Kühn hat allen Grund zum Jubeln. Der 9-Jährige wird zur ersten Hauptrunde des DFB-Pokals den Ball aufs Spielfeld des Nordseestadions in Bremerhaven tragen. Wenn dort pünktlich um 15:30 Uhr die Leher TS gegen den 1. FC Köln antritt, wird nicht nur sein Herz höher schlagen.

„Ich habe erst zwei Tage vor Teilnahmeschluss die Bewerbung abgegeben“, sagt seine Mutter Tina, die ihn zum Spiel begleiten wird. „Seit Philip drei Jahre alt ist, gibt es für ihn nichts Größeres als Fußball. Er wollte sogar schon einmal eine Geburtstagsfeier verschieben, weil ein Spiel anstand. Dass er als ERGO Balltragekind dabei sein kann, war für ihn und uns eine Riesenüberraschung.“ In seinem Verein ist er der Goalgetter.

Und für seine Rolle als Balltragekind konnte er im vergangenen Jahr schon einmal „üben“. Im Bundesligaspiel des SV Werder Bremen gegen den Vfl Wolfsburg lief er an der Hand von Werder-Kapitän Clemens Fritz ins Stadion ein. Seinen Auftritt als Balltragekind hat er über die Homepage von Thomas Hilbers, ERGO Vertriebspartner aus Verden an der Aller, gewonnen, der seine Freizeit ebenfalls gern auf dem grünen Rasen verbringt – dort allerdings mit Golfschläger und kleineren Bällen.

Fünfte gegen erste Liga

Die Partie an der Nordseeküste hat alles, was eingefleischte DFB-Pokalfans lieben. Denn wenn ein Fünftligist, der sich mit dem Sieg im Bremer Landespokal den Einzug in die Pokalhauptrunde gesichert hat, gegen einen Erstligisten antritt, der nach einer überragenden Saison jetzt erstmals seit vielen Jahren wieder international spielt, kann viel passieren.

Dennis Ley, Trainer der Leher TS, hält den Ball vor dem Spiel flach: „Für uns die Teilnahme am DFB-Pokal eine Premiere. Jeder von uns ist Fußballer mit Leib und Seele. Deshalb freuen wir uns riesig auf das Spiel und werden das Maximale herausholen. Aber wir wissen auch, wo wir stehen. Keiner der Spieler verdient Geld bei uns, fast alle kommen aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Schon mit dem Einzug in die Hauptrunde des DFB-Pokals haben wir eine Sensation geschafft, mit der kaum jemand wirklich gerechnet hatte.“ Drei Trainingseinheiten am Abend müssen auch in der letzten Woche vor dem wichtigen Spiel reichen, nur etwas intensiver werden sie ausfallen, so Dennis Ley, der gegen eine erneute Sensation nichts einzuwenden hätte.

Die ganze Stadt fiebert dem Spiel entgegen

Die Begeisterung in der Stadt, in der nicht Fußball, sondern Eishockey die Sportart Nummer eins ist, ist spürbar. Dennis Ley: „Wir werden jetzt immer häufiger angesprochen. Die Menschen freuen sich mit uns und drücken uns die Daumen für das Spiel am Sonnabend. Der Fußball ist stärker in den Fokus gerückt.“ Dabei ist die Liste ehemaliger Spieler der Leher TS prominent besetzt: Der HSV-Angreifer André Hahn gehört ebenso dazu wie Terrence Boyd, der aktuell bei Darmstadt 98 unter Vertrag steht, sowie der frühere Bundesligaspieler und Trainer Egon Coordes.

Die Vorbereitung auf das Spiel ist ein echter Kraftakt

Neben der Vorfreude bedeutet die Pokalteilnahme für den Verein vor allem zweierlei: viel Arbeit und viel Geld, das aufgebracht werden muss. Denn damit das Spiel im Nordseestadion überhaupt angepfiffen werden darf, mussten 15 Auflagen des DFB erfüllt werden, beispielsweise die Aufstellung von Zäunen, um die Fangruppen voneinander trennen zu können. „Die Vorbereitung ist für uns ein echter Kraftakt“, erklärt Detlef Hajman, Vizepräsident der Leher TS. „Auch wenn wir im Spiel als Underdog antreten, wollen wir unseren Zuschauern ein Fußballfest erster Klasse bieten.“ Eine wichtige Rolle dabei wird Marc Tietjen spielen. Der 26-Jährige, selbst bis vor kurzem noch aktiv im Mannschaftskader der Leher TS, betreibt auf dem Spiel- und Trainingsgelände des Clubs die Sportsbar „Tietjens Nachspielzeit“ und wird auch im Nordseestadion das Catering übernehmen. Seit drei Wochen laufen seine Vorbereitungen auf Hochtouren. Er plant für 8.100 Personen, eine echte Herausforderung, die er aber sehr gerne angenommen hat.

Von Martin Sulkowsky

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