Wenn die eigenen vier Wände nicht mehr sicher sind

Besonders im Herbst steigt die Gefahr von Bandeneinbrüchen

EinbrecherbandenDurchschnittlich alle zwei Minuten wird in Deutschland in ein Haus oder eine Wohnung eingebrochen. Besonders erschreckend: Während Einbrecher in der Vergangenheit für ihre Beutezüge vorzugsweise einzelne Objekte ausspähten, geht der Trend heutzutage eher zu Einbruchserien, bei denen Banden ganze Stadtteile ins Visier nehmen. Haupttatzeit sind vor allem die Monate von Herbst bis Frühling. Denn während dieser Jahreszeiten lässt sich von außen gut beobachten, ob im Haus oder in der Wohnung die Lichter brennen und regelmäßig die Rollläden heruntergelassen werden. Unsere Expertin Tanja Cronenberg gibt deshalb rechtzeitig zum Herbst wertvolle Hinweise, wie Verbraucher ihre vier Wände besser schützen und welche Vorkehrungen sie zur Vermeidung von Einbrüchen treffen können.
 
Nach Hause zu kommen und die Eingangstür aufgebrochen vorzufinden, ist für jeden Heimkehrer ein Schock: In der Wohnung herrscht das reinste Chaos, Schränke und Kommoden wurden auf den Kopf gestellt und viele Wertsachen fehlen. Auch wenn im ersten Moment vor allem die materiellen Verluste auffallen, so haben Betroffene an den psychischen Folgeschäden oft noch schwerer zu tragen: Viele Einbruchsopfer entwickeln als Reaktion auf den Eingriff in ihre Privatsphäre Ängste, die sich manchmal erst nach einem Umzug allmählich wieder verflüchtigen. Grund genug, das eigene Hab und Gut vorsorglich zu schützen.
 
Wohnung bewohnt aussehen lassen
Bevor Einbrecher sich Zugang zu einem Haus oder einer Wohnung verschaffen, beobachten sie das Zielobjekt in der Regel sorgfältig. Bleiben die Räume in der Dämmerung dunkel und die Jalousien offen – und das vielleicht sogar über mehrere Tage hinweg – ist schnell offensichtlich, dass sich die Bewohner auf Reisen befinden. Deshalb ist es gerade bei längerer Abwesenheit wichtig, Vorkehrungen zu treffen, um nicht in den Fokus einer Einbrecherbande zu geraten. Unsere Expertin Tanja Cronenberg empfiehlt deshalb, Nachbarn oder Freunde zu bitten, nicht nur regelmäßig den Briefkasten auszuleeren und die Blumen zu gießen, sondern auch abends in unterschiedlichen Räumen das Licht anzumachen und morgens die Rollläden zu öffnen. Alternativ leisten hier auch Zeitschaltuhren wertvolle Dienste. „Erscheint das Haus oder die Wohnung auf diese Weise bewohnt, lassen sich Einbrecher in der Regel schon dadurch abschrecken.“
 
Vielfältige Schutzmaßnahmen 
Wo während längerer Abwesenheit kein „Haussitter“ zur Verfügung steht, sind so genannte passive Schutzmaßnahmen doppelt gefragt: Bewegungsmelder im Garten oder im Haus verunsichern Unbefugte, die sich im Schutz der Dämmerung Zutritt verschaffen wollen – und machen sie für Passanten besser „sichtbar“. Gute Türschlösser im Eingangsbereich sowie am Zugang zu Keller und Veranda sind ebenfalls ihr Geld wert. „Denn eine Kombination hochwertiger Schließsysteme zu knacken braucht Zeit – ein Grund, der dazu führen kann, dass nervöse Einbrecher vorzeitig aufgeben“, so die ERGO Expertin. Größtmögliche Sicherheit bietet freilich eine Alarmanlage, die ebenfalls an einen Bewegungsmelder gekoppelt und zusätzlich von einer Sicherheitsfirma überwacht werden kann. Sind im Haus erhebliche Werte vorhanden, ist zusätzlich ihre Aufbewahrung in einem Tresor zu empfehlen. Grundsätzlich sollte bei der Sicherung der eigenen vier Wände nichts dem Zufall überlassen werden. Eine fachmännische Beratung zur Sicherheitstechnik ist daher sinnvoll. Wo Verbraucher diese finden, steht zum Beispiel auf dem Internetportal www.nicht-bei-mir.de. Tanja Cronenberg erinnert zudem daran, dass nicht nur Schutzmaßnahmen rund um das Haus einen Einbruch verhindern können: „Viele Nutzer von sozialen Online-Netzwerken vergessen, dass auch die Ankündigung eines Urlaubs im Internet potentielle Einbrecher anlockt. Deshalb sollten Reisende möglichst nie öffentlich über eine lange Abwesenheit schreiben oder ein Urlaubsfoto von unterwegs hochladen.“ Gleichermaßen verhält es sich mit Anrufbeantwortern: Die Ansage, dass man die nächsten Wochen im Urlaub ist, lädt Einbrecher förmlich ein.
 
Im Fall der Fälle 
Haben aber sämtliche Sicherheitsmaßnahmen nichts genutzt und die Einbrecher sind dennoch in die Wohnung eingedrungen, heißt es unbedingt: Ruhe bewahren. Die Bewohner dürfen ihre eigenen vier Wände in jedem Fall erst wieder betreten, wenn sich garantiert kein Einbrecher mehr in der Wohnung befindet. Spätestens dann sollten die Geschädigten auch die Polizei informieren – und bis zu deren Eintreffen nichts anfassen. Denn die Beamten müssen vor Ort zuerst die Spurensicherung durchführen. „Hilfreich ist, wenn die Geschädigten eine Liste aller beschädigten und entwendeten Gegenstände anfertigen – diese ist sowohl für die Polizei als auch für die Versicherung, die den Schaden regulieren soll, unerlässlich“, rät Tanja Cronenberg. Und empfiehlt in dem Zusammenhang, die Versicherungssumme einer bestehenden Hausratversicherung regelmäßig zu überprüfen und diese zum Beispiel nach der Anschaffung neuer Geräte oder Möbel aufzustocken. „So können Betroffene zumindest auf die Erstattung ihrer materiellen Verluste zählen“, erläutert die Expertin.

von ERGO Versicherungsgruppe, 10.09.2012

 Weitere Infos zum Thema finden Sie hier:

Einbrecher machen keinen Urlaub


Tanja ConenbergÜber die ERGO Expertin

Tanja Cronenberg (Jahrgang 1969) ist Expertin für Schadenmanagement und in dieser Funktion zuständig für die Haftpflicht-, Hausrat- und Kfz-Versicherungen der ERGO Versicherungsgruppe. Die Volljuristin arbeitet seit 1997 für die Versicherungsgruppe - zunächst für die Victoria, dann für die gesamte ERGO. Sie hat einen kleinen Sohn und entspannt in ihrer Freizeit am liebsten bei Gartenarbeit und Reisen.

Web - JPG - 72dpi
Print - JPG - 300dpi


Zurück zur Übersicht

grauenhaftgrauenhaftglanzlosglanzlosgewöhnlichgewöhnlichglänzendglänzendgrandiosgrandios