Deutsche Knochenmarkspenderdatei

"Ich würde wieder Stammzellen spenden, wenn ich nochmals gefragt würde."

Stammzellenspende Marco Adler

Bei ERGO haben Typisierungsaktionen zur Stammzellenspende Tradition. Marco Adler, Mitarbeiter am Standort Hamburg, spendete Stammzellen an eine Frau in Frankreich und erhielt nun eine Auszeichnung für sein Engagement.

Vor drei Jahren ließ sich der zweifache Familienvater Marco Adler bei einer Typisierungsaktion bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren. Die Typisierung erfolgt inzwischen vollkommen schmerzfrei per Wangenabstrich. Im Frühjahr 2011 bekam er per Post die Info, dass er als möglicher Stammzellenspender für einen an Leukämie erkrankten Menschen in Frage käme. "Ich habe eine Nacht darüber geschlafen – und dann war ich mir ganz sicher, dass ich helfen möchte", berichtet der 36-Jährige. Seine Frau begleitete ihn am 5. Juli 2011 zur Stammzellenentnahme. Erst am Tag der Stammzellenspende erfuhr Adler, dass die Empfängerin eine 47-jährige an Leukämie erkrankte Patientin aus Frankreich sei.

Was passiert bei der Stammzellenentnahme? 
Bei der peripheren Stammzellenentnahme – die mit 80 Prozent sogar am häufigsten durchgeführt wird - werden Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt, ähnlich wie bei einer Dialyse. Dies geschieht ambulant ohne Narkose. Bei dieser Prozedur wird dem Spender über eine Woche hinweg ein Wachstumsfaktor injiziert, der Einfluss auf die Blutbildung nimmt. Dieser bewirkt, dass die Stammzellen, die überwiegend im Knochenmark vorkommen, in das fließende Blut ausgeschwemmt werden. Ein operativer Eingriff, bei dem Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen wird, ist eher selten erforderlich.

Oliver Barthels von der DKMS aus Köln überreichte Herrn Adler gemeinsam mit ERGO Vorstand Daniel von Borries die Urkunde für sein Engagement. Barthels berichtet: "Der Patientin geht es nach leichten anfänglichen Schwierigkeiten gut und Herr Adler hat ihr mit seiner Stammzellenspende die Chance auf ein zweites Leben ermöglicht." Frankreich zählt zu den wenigen Ländern, wo eine persönliche Kontaktaufnahme zwischen Spender und Empfänger zum Schutze beider Seiten verboten ist. Lediglich ein anonymisierter Briefkontakt über die DKMS wäre möglich.

Der engagierte ERGO Mitarbeiter ist dennoch "überglücklich, einem schwer erkrankten Menschen geholfen zu haben." Adler ist überzeugt: "Ich würde wieder spenden, wenn ich nochmals gefragt würde. Bei der DKMS bin ich auch weiterhin als potenzieller Spender registriert und würde mir wünschen, dass sich noch viele Menschen typisieren lassen, um im Fall der Fälle helfen zu können."

Einen passenden Spender zu finden, ist großes Glück
Den passenden "genetischen Zwilling" zu finden, ist unglaublich schwierig, da die Gewebemerkmale von Spender und Patient nahezu vollständig übereinstimmen müssen. Die Wahrscheinlichkeit für eine solche Übereinstimmung variiert - je nach individueller Merkmalskombination - zwischen 1:20.000 und mehreren Millionen.

Daniel von Borries beeindruckt das Engagement des Mitarbeiters: "Herr Adler ist der fünfte Mitarbeiter am Standort Hamburg, der tatsächlich Stammzellen gespendet hat. Er hat - trotz möglicher Risiken - einer fremden Frau geholfen und dafür gebührt ihm mein voller Respekt." Auch Susanne Neumann vom Hamburger Betriebsrat ist von Adlers Einsatz begeistert: "Ich werde mich informieren, ob ich als potenzielle Spenderin infrage komme und wenn ja, würde ich mich demnächst auch typisieren lassen."

ERGO und DKV sind langjährige Unterstützer der DKMS
In Deutschland erkrankt alle 45 Minuten ein Mensch an Leukämie - darunter auch zahlreiche Kinder und Jugendliche. Die DKMS verzeichnet über 2,7 Millionen Spender und kann weltweit täglich ca. 13 Mal einen Stammzellenaustausch vornehmen. ERGO und DKV sind langjährige Unterstützer der DKMS.

Weitere Informationenzu Stammzellenspende finden Sie unter www.dkms.de.

von Amelie Merten, ERGO, 16.07.2012


Zurück zur Übersicht

 

grauenhaftgrauenhaftglanzlosglanzlosgewöhnlichgewöhnlichglänzendglänzendgrandiosgrandios